STUDIE : Fortschritte bei der Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien

8. November 2017 // ticker

Deutschland kann in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien bereits konkrete Erfolge vorweisen. Das ergab eine am Donnerstag vorgestellte Studie der Hertie School of Governance. Darin wurde ein europäischer Vergleich vorgenommen.

zwd Berlin. So ist der Anteil weiblicher Führungskräfte beispielsweise in Bibliotheken und Museen hierzulande deutlich gestiegen. Verbessert haben sich auch die Möglichkeiten, Kinder ganztägig betreuen zu lassen. Nachholbedarf zeigt sich nach wie vor unter anderem beim Frauenanteil an Führungspositionen in Rundfunkanstalten und Medienunternehmen sowie beim geschlechtsspezifischen Lohnunterschied.

Kulturstaatsministerin Prof.´in Monika Grütters (CDU) hat die Studie mit dem Titel „Frauen in Kultur und Medien – Ein europäischer Vergleich“ aus ihrem Haushalt gefördert. Die Datenlage weiter zu verbessern war eine der zentralen Handlungsempfehlungen des Runden Tischs Frauen in Kultur und Medien, der im vergangenen Jahr auf Initiative der Kulturstaatsministerin zusammengekommen war. „Mit der Studie der Hertie School erfüllen wir nicht nur eine zentrale Forderung des Runden Tisches. Wir leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“, betonte Grütters. „Denn Chancengerechtigkeit bedeutet immer auch einen Gewinn an Perspektiven und Potentialen und damit ein Mehr an künstlerischer, kultureller und medialer Vielfalt.“

Sechs europäische Länder untersucht

Untersucht wurde die Situation von Frauen in Kultur und Medien in Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Ziel war es, wirksame Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit in diesen Ländern zu identifizieren und ihre Übertragbarkeit auf Deutschland zu prüfen. Die wissenschaftliche Leitung des Forschungsprojekts lag in den Händen des Soziologieprofessors Helmut Anheier, Präsident der Hertie School of Governance.

Eine Kurzfassung der Studie war bereits im September erschienen. Der Deutsche Kulturrat kündigte an, die Ergebnisse auch in seinem neu gegründeten Arbeitskreis „Geschlechtergerechtigkeit“ zu diskutieren. Dieser war seinerseits ein Ergebnis des Runden Tisches.

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