ÖSTERREICH : Erste Bundeskanzlerin besetzt Übergangsregierung paritätisch

4. Juni 2019 // Julia Trippo

Die österreichische Politik wird (vorerst) weiblicher. An der Spitze der Übergangsregierung steht in Österreich erstmalig eine Frau. Die ehemalige Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wurde am 3. Juni in Wien als Bundeskanzlerin mit einem paritätisch aufgestellten Expert*innenkabinett vereidigt.

Brigitte Bierlein 2018 als Vizepräsidentin des österreichischen Verfassungsgerichtshofs. - Bild: wikimedia.org
Brigitte Bierlein 2018 als Vizepräsidentin des österreichischen Verfassungsgerichtshofs. - Bild: wikimedia.org

zwd Wien. Nachdem die ÖVP/FPÖ-Koalition an einer Regierungskrise zerbrochen war, wird bis zu den Neuwahlen im Herbst eine Übergangsregierung Österreich führen. Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen ernannte die 69-jährige Bierlein zur Übergangskanzlerin. Sie hatte dem Bundespräsidenten ihre Personalvorschläge für die Minister*innenämter unterbreitet, die Van der Bellen akzeptierte. Mit Bierlein besteht das zwölf-köpfige Kabinett somit jeweils zur Hälfte aus Männern und Frauen. Alle sind parteilos.

Bei der Anlobungsrede der neuen Regierungsmitglieder erklärte der Bundespräsident, es freue ihn persönlich, dass das Land nun erstmalig von einer Frau geführt wird und dass Frauen und Männer gleichermaßen in der Bundesregierung vertreten sind. Bezüglich der Parität könne nun niemand mehr sagen: „Das geht leider nicht“, so Van der Bellen.

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