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Schröder will mehr Mütter in Vollzeitbeschäftigung bringen
 
zwd Berlin (as). Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) beabsichtigt, einen Rechtsanspruch auf Aufstockung in Vollzeitbeschäftigung für Frauen einzuführen, die nach einer mehrjährigen familienbedingten Auszeit wieder erwerbstätig werden wollen. Dies kündigte sie bei der Vorstellung des zweiten Teils des ESF-Modellprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“ am 25. April in Berlin an. Schwerpunkt des Programms sind Basiscoachings für Frauen – insbesondere für AkademikerInnen – die die Bundesagentur für Arbeit (BA) an zehn Modellstandorten anbieten wird.

Die Coachings hätten sich in der ersten Programmphase besonders bewährt, so Schröder. Frauen sollten bei diesen zum Beispiel lernen, sich bei Gehaltsverhandlungen „besser“ durch zu setzen. Das Familienministerium stellt für das Programm für den beruflichen Wiedereinstieg sieben Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.

Vor allem in Westdeutschland gelinge Frauen nach einer längeren Erwerbsunterbrechung der Wiedereinstieg „mit Perspektive“ in den Beruf noch zu selten, erklärte die Ministerin anlässlich der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der BA. Im Rahmen des ersten Programmteils seien vor allem qualifizierte Frauen erreicht worden. Auch der Fokus der Basiscoachings des zweiten Teils des Programms liegt auf AkademikerInnen. Fraglich ist, ob niedrig qualifizierte Frauen nicht wesentlich dringender ein solches Coaching benötigen als AkademikerInnen.

BA will vorhandenes Erwerbspotenzial bei Frauen nutzen
Nach einer Auszeit nähmen AkademikerInnen häufig eine geringfügige und gering qualifizierte Teilzeitbeschäftigung an, statt einer qualifizierten Vollzeitbeschäftigung, erklärte Schröder. „Erst muss man betteln, um Teilzeit arbeiten zu dürfen und dann muss man betteln, um von Teilzeit wieder auf Vollzeit aufstocken zu können“. Wie eine verstärkte Vollzeittätigkeit von Frauen nach einer beruflichen Auszeit durch das Programm erreicht werden soll, blieb unklar.

Die Herausforderungen des demografischen Wandels könnten nur gemeistert werden, wenn die Erwerbsbeteiligung von Frauen steige, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank J. Weise. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sei es ein Gebot der Stunde, die vorhandenen „Potenziale“ nicht zu verschenken und den WiedereinsteigerInnen die bestmögliche Unterstützung zu bieten.

Unzureichende Kinderbetreuungsplätze verhindern Wiedereinstieg
Als wichtigstes Hindernis für einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben für Frauen nannte Ministerin Schröder die unzureichenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Ab August 2013 plant ihre Regierung, einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung einzuführen. Im Rahmen des Programmteils „Zeit für Wiedereinstieg“ will die Ministerin zudem externe DienstleisterInnen in die Kinderbetreuung und den Haushalt einbinden. Die Erweiterung des Angebots haushaltsnaher Dienstleistungen ist auch Teil der am selben Tag vom Kabinett vorgestellten Demografiestrategie der Bundesregierung.

Zum Betreuungsgeld sieht Schröder bei dem Programm „Perspektive Wiedereinstieg“ keinen Widerspruch. Dieses Thema sei bereits genug debattiert worden, erklärte sie auf zahlreiche Nachfragen hin; über Details werde gesprochen, wenn der Gesetzentwurf vorliege.
 
(25.04.12)
 
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