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HIV-infizierte Frauen sind überproportional von Armut bedroht
 
zwd Düsseldorf (jvo). Der Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der HIV-Infizierten macht rund 15 Prozent aus. Dennoch kommen etwa ein Drittel der Anträge zur finanziellen Unterstützung an die Deutsche AIDS-Stiftung von Frauen. Dies sei ein deutlicher Beleg für die schlechte materielle Situation, in der sich Frauen mit HIV und Aids befinden, betonte Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Stiftung, am 4. Februar in einer öffentlichen Anhörung im Düsseldorfer Landtag zur Aids-Prävention.

Kritik äußerte Heide in seiner Stellungnahme diesbezüglich an der Harz IV-Gesetzgebung. Ein längeres oder dauerhaftes Leben mit dem Regelsatz sei nur in Kombination mit zusätzlichen Einkünften möglich, zu denen kranke Menschen in der Regel keinen Zugang haben, erklärte er.

Grüne lehnen Kommunalisierung der Landesmittel ab
Anlass zur Anhörung gab ein Antrag der Grünen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Barbara Steffens, wirft der schwarz-gelben Landesregierung vor, dass durch die Kommunalisierung der Landesmittel negative Auswirkungen auf die Präventions- und Hilfemaßnahmen entstehen. „Die Landesmittel für die Aids-Arbeit wurden zwar diesmal nicht gekürzt, sollen aber in Zukunft nach dem Gießkannenprinzip auf alle 52 Kommunen verteilt werden“, erläuterte Steffens. Sie rechnet damit, dass „gewachsene und bewährte Strukturen im Aids-Bereich“ infolgedessen wegfallen werden.

Frauenspezifischen Strukturen der Aids-Hilfe gefährdet
Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids in NRW warnte in der Anhörung davor, durch eine Umverteilung der kommunalen Mittel zu Lasten der Aids-Hilfe die Stabilität der bestehenden frauenspezifischen Strukturen zu gefährden. Im Hinblick auf die notwendige Ausdifferenzierung der Präventionsstrategien sei eine überregionale und landesweite Kooperation notwendiger denn je, mahnte die Landesgemeinschaft in ihrer Stellungnahmen an. Infizierte Frauen, die überwiegend nicht in Großstädten und nicht in schwulen Communities leben, seien nur über funktionierende Vernetzung zu erreichen, fügte die Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft, Julia Ellen Schmalz, hinzu.

Für HIV-infizierte Frauen wurden in den letzen Jahre in NRW eine Reihe von speziellen Angeboten entwickelt. So bietet die Aids-Hilfe Münster Frauensprechstunden in der Uniklinik Münster an, die vor allem von Migrantinnen genutzt werden. Angebote der Aids-Hilfe in Paderborn richten sich gezielt an Frauen aus Osteuropa, und die Aids-Hilfe in Bonn bietet Sprachkurse für Migrantinnen mit dem Schwerpunkt Gesundheit an.
 
(05.02.09)
 
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