KABINETTSUMBILDUNG ABGESCHLOSSEN? NUR IM AUGENBLICK WOHL NOCH NICHT : Der Personalie Katherina Reiche bleibt auf Wiedervorlage

29. Juli 2026 // Redaktion (hk)

zwd Berlin. In einem Kommentar in diesem Portal hatte zwd-Herausgeber Holger H. Lührig am 22. Juli darauf hingewiesen, dass die Union für ihr politisches Überleben vor allem ihre Glaubwürdigkeit in der Wirtschaftspolitik zurückgewinnen müsse. Sie brauche einen Wirtschaftsminister oder eine Wirtschaftsministerin von Format. Das Ministerium unter Leitung von Bundesministerin Katherina Reiche (CDU) steht vor weiteren Turbulenzen: Zwei wichtige Persönlichkeiten aus dem Leitungsbereich verlassen das Haus. Die hausinterne Kritik an Reiches Führungsstil wird unverhohlen lauter und in den Medien ausgebreitet.

In den Medien, insbesondere nach Berichten in der BILD-Zeitung und im Handelsblatt sowie in der Rheinische Post („Im Wirtschaftsministerium brodelt es“ – 13.07.2026) wurde zuletzt spekuliert, dass Bundeskanzler Merz auch seine Wirtschaftsministerin ablösen werde. Dort wird auf die Unzufriedenheit des Kanzlers mit seiner Ministerin hingewiesen. Ihre Aufgabe wäre gewesen, Deutschland aus der Wirtschaftskrise zu führen.

Zwar habe zuletzt ein Gespräch zwischen Merz und Reiche stattgefunden, was als letzte Warnung an die Ministerin interpretiert wird, ihren Führungsstil zu ändern und auch Alleingänge auf EU-Ebene zu unterlassen. Auch die offene Kritik Reiches an Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) war März als Kontrapunkt zu der von ihm positiv bewerteten Zusammenarbeit mit dem SPD-Co-Chef sauer aufgestoßen. Der Regierungschef hatte Reiche zu einer besseren Kooperation im Kabinett abgemahnt.

Nun wird der wichtige Chef der Leitungsabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums Jan Dietrich Müller nach nur 73 Tagen auf dieser Position (Arbeitsbeginn 4. Juni 2026) das Ministerium zum 15. August auf eigenen Wunsch wieder verlassen. Das sei nicht überraschend, wird aus Mitarbeiterkreisen kolportiert, denn die Leitungsabteilung unterstehe Reiche unmittelbar: „Da schlägt ihr Führungsstil dort am stärksten durch, es gibt keinen Puffer mehr“ (reddit.com, 27.07.2026. Im Handelsblatt (28.07.2026) wird darauf hingewiesen, dass bereits dessen Vorvorgängerin Yvonne Schreiber, zuvor Büroleiterin des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Peter Altmeier nach rund einjähriger Tätigkeit (Arbeitsbeginn 25. Mia 2025) wegen Differenzen mit ihrer Chefin von Ministerin Reiche „entfernt“ wurde.

Schwerwiegender dürfte sein, dass auch die Parlamentarische Staatssekretärin und mächtige Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU/CSU, Gitta Connemann, das Reiche-Ministerium und in das Digitalministerium wechselt. Sie war bisher die wichtigste Stütze Reiches in der Unionsfraktion.

Reiche selbst fällt gesundheitsbedingt (wegen einer nach ihren Angaben aus politischen Gründen mehrmals verschobenen Operation) erst einmal aus und wird nach eigenen Angaben Termine außer Haus zunächst nicht mehr wahrnehmen. Nicht auszuschließen, dass sie angesichts des Gegenwinds ihren Posten im September, also zum Ende der parlamentarischen Sommerpause aufgibt und damit dem Kanzler die Möglichkeit schon jetzt, in Ruhe die Neubesetzung der Spitze des Bundeswirtschafts- und Energieministeriums vorzubereiten.


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Kommentar in diesem Portal hatte zwd-Herausgeber Holger H. Lührig am 22. Juli darauf hingewiesen, dass die Union für ihr politisches Überleben vor allem ihre Glaubwürdigkeit in der Wirtschaftspolitik zurückgewinnen müsse. Sie brauche einen Wirtschaftsminister oder eine Wirtschaftsministerin von Format. Das Ministerium unter Leitung von Bundesministerin Katherina Reiche (CDU) steht vor weiteren Turbulenzen: Zwei wichtige Persönlichkeiten aus dem Leitungsbereich verlassen das Haus. Die hausinterne Kritik an Reiches Führungsstil wird unverhohlen lauter und in den Medien ausgebreitet.

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