STUDIE INITIATIVE D21 : Digital Gender Gap: Frauen im digitalen Bereich noch nicht gleichberechtigt

7. Januar 2020 // Ulrike Günther

In der Bundesrepublik lebende Frauen und Männer unterscheiden sich noch immer deutlich im Grad ihrer Digitalisierung. Das geht aus der am Montag von der Initiative D21 und dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit veröffentlichten Studie zum „Digital Gender Gap“ (DGG) hervor.

Mit digitaler Technik lernen und arbeiten - Bild: pxhere
Mit digitaler Technik lernen und arbeiten - Bild: pxhere

zwd Berlin/Bielefeld. Die repräsentative Untersuchung zeichnet ein Lagebild der ungleichen Teilhabe der Geschlechter an der digitalisierten Welt in Deutschland. Hinsichtlich aller in der Erhebung berücksichtigten soziodemographischen Merkmale erreichten Frauen geringere Werte als Männer. Durchschnittlich erzielten die in der Studie Befragten 55 von möglichen 100 Punkten. Bei den Frauen betrug der Mittelwert i 51, bei den Männern 61 Punkte. Bei der Studie handelt es sich um eine Sonderauswertung des „D21-Digital-Index 2018/ 19“, mit dem die sog. Initiative D21 den digitalen Wandel in der bundesdeutschen Gesellschaft misst. Die Forscher*innen führten 20.406 Interviews mit Frauen und Männern ab 14 Jahren. Darüber hinaus stellten sie 2.052 Personen derselben Altersgruppe zusätzliche vertiefende Fragen.

Frauen besonders bei digitalen Kenntnissen und Fähigkeiten im Rückstand

Die Studie zum DGG beleuchtet, inwieweit die Geschlechter Internet, digitale Medien und Geräte annehmen, welches Gründe für ihre Umgangsweisen mit der digitalen Technik sind und wo sich ihnen Barrieren für deren Nutzung entgegenstellen. Außerdem macht sie Vorschläge, wie sich auch auf dem Gebiet des digitalen Lernens, Arbeitens und Kommunizierens eine Gleichstellung von Frauen und Männern durchsetzen ließe. Im Einzelnen analysierten die Wissenschaftler*innen den Zugang der Befragten zu digitalen Geräten und Internet ebenso wie Art und Dauer der Nutzung, digitale Kompetenzen und die „offene“ Einstellung gegenüber dem Gebrauch der digitalen Technik.

„Wir brauchen ein gezieltes digitales Empowerment von Mädchen und Frauen entlang der gesamten Bildungskette“, forderte Prof. in Barbara Schwarze, Vorsitzende des Kompetenzzentrums anlässlich der Veröffentlichung der Studienergebnisse. In den von der Erhebung berücksichtigten Themenfeldern lag die Differenz zwischen den weiblichen und männlichen Teilnehmer*innen zwischen 6 und 12 Punkten. Den größten Rückstand wiesen die Frauen auf dem Gebiet der digitalen Kompetenzen auf, d.h. in ihren Kenntnissen über digitale Fragen und Begriffe sowie ihren technisch-digitalen Fähigkeiten. Bei der älteren Generation waren die gemessenen Diskrepanzen stärker ausgeprägt, zeigten sich jedoch ebenfalls in der Gruppe der 14- bis 24-Jährigen.

Ungleichheiten im Gebrauch digitaler Geräte im Arbeitsleben

Geschlechtsspezifische Unterschiede im Gebrauch digitaler Hilfsmittel und Anwendungen wies die Studie auch im Berufsleben nach. Demzufolge sind Männer häufiger im Home-Office tätig als Frauen und betrachten mobiles Arbeiten eher als ihre weiblichen Kolleg*innen als eine Chance, um Beruf und Familienleben miteinander zu vereinbaren. Entsprechend gaben nur rund ein Drittel der befragten Vollzeitbeschäftigten an, keine mobilen Geräte oder Kollaborations-Tools zu besitzen, während unter den mehrheitlich weiblichen Teilzeitbeschäftigten knapp die Hälfte (48 Prozent) die gleiche Aussage über ihre Arbeitsbedingungen trafen.

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