EU-Durchschnitt 35,9 Prozent - Deutschland 30.3 Prozent
Nach Angaben von FidART 2025, gestützt auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, 30,3 Prozent der Führungskräfte in Deutschland Frauen. Im EU-Durchschnitt sind es 35,9 Prozent. An der Spitze stehen Schweden, Lettland und Estland mit jeweils über 43 Prozent. Am Ende liegen Zypern, Italien, die Niederlande – und Deutschland.
FidAR bemängelt, dass sich im Zehn-Jahres-Vergleich hierzulande kaum etwas bewegt hat - ein Plus von 1,0 Prozentpunkten seit 2015 (EU-Durchschnitt plus 4,0 Prozentpunkte). Dass es Arbeitsmarkt liege, zeige das Beispiel Österreich. Dort sei der Frauenanteil an den Erwerbstätigen ähnlich hoch wie in Deutschland, der Anteil an den Führungskräften liege aber bei 37,2 Prozent. Der von FidAR herausgegebene Women-on-Board-Index zu den Aufsichtsgremien und Vorstände der börsennotierten, paritätisch mitbestimmten Unternehmen hat ermittelt, dass der Frauenanteil in den Vorständen bei 19,1 Prozent liegt. Das seit 2015 erreichte Plus von 14,1 Prozentpunkten konnte in diesem Jahr nicht erhalten werden: In diesem Jahr ist der Anteil laut FidAR erstmals seit Jahren gesunken. 73 Unternehmen haben weiterhin keine Frau im Vorstand und 27 Unternehmen planen weiterhin mit Zielgröße Null.
Der Vergleich belegt nach Darstellung der Vereinigung FidAR, dass Führungspositionengesetze dort wirken dort, wo sie gelten. Deutschland verzichte damit auf die Kompetenzen bestens ausgebildeter Frauen und auf vielfältige Perspektiven am Entscheidungstisch, also auf bessere Entscheidungen.
FidAR fordern deshalb, die bestehenden Regelungen auszuweiten:
- die Ausweitung des Geltungsbereichs der Führungspositionengesetze auf deutlich mehr Unternehmen,
- die Erhöhung der Geschlechterquote für Aufsichtsräte auf 40 Prozent, in Anlehnung an die Europäische Führungspositionenrichtlinie,
- und die Überführung des Mindestbeteiligungsgebots in eine Vorstandsquote, die schrittweise auf das Niveau im Aufsichtsrat angehoben wird.

Bildquelle: EUROSTAT / destatis 2026