Ein Paradigmenwechsel steht für die Kindertagesstätten an: Die frühe Bildung soll einen verbindlichen Rahmen erhalten und der Übergang zwischen dem Elementar- und dem Primarbereich geglättet werden. Am 4. Juni beschloss die Kultusministerkonferenz eine gemeinsame Vereinbarung mit den JugendminsterInnen der Länder zu Richtlinien für „frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“ sowie zur „Stärkung und Weiterentwicklung des Gesamtzusammenhangs von von Bildung, Erziehung und Betreuung“. Unter der Führung der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Doris Ahnen (SPD) betonten zudem erstmalig alle KultusministerInnen - auch die der unionsgeführten Länder - die hohe Bedeutung der Förderung von Kindern und Jugendlichen in Ganztagsschulen.
KMK-Präsidentin Doris Ahnen, bezeichnete die beiden Beschlüsse als wichtigen Schritt für die künftige Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen, Schule und Jugendhilfe: „Wir wollen erreichen, dass Kinder möglichst früh gefördert werden und die Übergänge vom Kindergarten in die Schule oder von der Schule in die berufliche Ausbildung ohne Brüche erleben. Im Mittelpunkt aller Bildungsprozesse stehen die Kinder und Jugendlichen und deshalb muss die Zusammenarbeit der Institutionen verbessert werden.“ Dies gelte auch für Schule und Jugendhilfe, die enger zusammenarbeiten und ihre Bildungsprozesse aufeinander abstimmen müssten, so Ahnen.
1. Gemeinsamer Rahmen für frühe Bildung
Der beschlossene Rahmen soll den Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen präzisieren und besonderes Gewicht legen auf die Optimierung des Übergangs vom Elementar- in den Primarbereich. Bereits in ihrer Sitzung am 13. und 14. Mai 2004 hatte die Konferenz der Jugendministerinnen und Jugendminister (JMK) einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Förderung in den Kindertageseinrichtungen sollen konsequent fortentwickelt werden. Sie beziehen sich auf die Bereiche:
Sprache, Schrift und Kommunikation,
personale und soziale Entwicklung und Werteerziehung,
Mathematik, Naturwissenschaft,
musische Bildung,
Umgang mit Medien,
Bewegung und Gesundheitserziehung
sowie Natur und kulturelle Umwelt.
Zentral sei dabei, bei den Kindern die Lust und Freude am Lernen zu wecken, ihre Kreativität zu fördern und den kindlichen Forscherdrang zu unterstützen. Die Bildungsangebote sollen so gestaltet werden, dass sie die soziale, kognitive, emotionale und körperliche Entwicklung des Kindes fördern.
2. Zusammenhang Bildung, Erziehung, Betreuung
Mit der ebenfalls beschlossenen Empfehlung „Stärkung und Weiterentwicklung des Gesamtzusammenhanges von Bildung, Erziehung und Betreuung“ wollen die KMK und die Konferenz der Jugendministerinnen und Jugendminister die Zusammenarbeit in folgenden Bereichen verstärken:
Übergang vom Kindergarten zur Grundschule
Entwicklung und Ausbau der ganztägigen Förderung und Betreuung an Schulen
Unterstützung der Kinder und Jugendlichen mit Lernproblemen und sozialen Benachteiligungen.
Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule sei für die Entwicklung von Kindern und für das Gelingen des Einstiegs in schulische Anforderungen von hoher Bedeutung. Um das Einschulungsalter und die Quote der Zurückstellungen zu senken, soll die Möglichkeit der frühen Einschulung besser genutzt werden. Dazu müsse die Vorbereitung auf die Schule insbesondere bei „entwicklungsverzögerten“ Kindern verbessert und in den Eingangsklassen noch größerer Wert auf individuelle Förderung gelegt werden, stellt die KMK fest.
Besonders wichtig sei dabei eine möglichst frühzeitige gezielte Sprachförderung. Neben der Sprachförderung erscheine es auch in anderen Bereichen erforderlich, Entwicklungsstand, Verzögerungen und Risikofaktoren besser als bisher zu identifizieren und darauf aufbauend Förderangebote bereitzuhalten.
Gemeinsame Fortbildungen geplant
Die KMK spricht sich in der Empfehlung auch für gemeinsame Fortbildungen für ErzieherInnen und Lehrkräfte aus. Neben organisatorischen Fragen zum Übergang sollten dabei insbesondere didaktisch-methodische Fragen zur Gestaltung von Bildungsprozessen in dieser Altersgruppe bearbeitet und Strategien der Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Entwicklungsständen thematisiert werden. Eine grundsätzliche Aufwertung der ErzieherInnen-Ausbildung etwa an Fachhochschulen sieht der KMK-Beschluss hingegen nicht vor.
Ganztagsschulbekenntnis
Über ein Jahr nach dem Start des Ganztagsschulprogramms der Bundesregierung haben damit auch die KultusministerInnen der unionsgeführten Länder die verbesserten Fördermöglichkeiten erkannt. Einmütig stellt die KMK jetzt fest: „Die Förderung von Kindern und Jugendlichen in Ganztagsschulen und in Ganztagsangeboten an Schulen erweitert die Möglichkeiten des fachlichen und des sozialen Lernens“. Damit könne zugleich eine gute Basis dafür geschaffen werden, die Motivation und Aufnahmebereitschaft sowohl für unterrichtliche wie für außerunterrichtliche Bildungsangebote zu erhöhen. Schule und Jugendhilfe öffneten sich stärker sowohl den Problemen als auch den Neigungen der SchülerInnen, so die Erkenntnis.
Die Entwicklung und der Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten an Schulen seien daher „schulpolitisch und jugendpolitisch von großer Bedeutung. Es wird empfohlen, auf Landesebene Rahmenvereinbarungen zwischen der Schule und den außerschulischen Partnern zu schließen.“ Darin sollen die Grundsätze der Zusammenarbeit festgelegt werden, die in den regionalen und auf einzelne Schulen und Projekte bezogenen Vereinbarungen präzisiert werden.
Fortsetzung: Weitere Beschlüsse
KMK-Präsidentin Doris Ahnen, bezeichnete die beiden Beschlüsse als wichtigen Schritt für die künftige Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen, Schule und Jugendhilfe: „Wir wollen erreichen, dass Kinder möglichst früh gefördert werden und die Übergänge vom Kindergarten in die Schule oder von der Schule in die berufliche Ausbildung ohne Brüche erleben. Im Mittelpunkt aller Bildungsprozesse stehen die Kinder und Jugendlichen und deshalb muss die Zusammenarbeit der Institutionen verbessert werden.“ Dies gelte auch für Schule und Jugendhilfe, die enger zusammenarbeiten und ihre Bildungsprozesse aufeinander abstimmen müssten, so Ahnen.
1. Gemeinsamer Rahmen für frühe Bildung
Der beschlossene Rahmen soll den Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen präzisieren und besonderes Gewicht legen auf die Optimierung des Übergangs vom Elementar- in den Primarbereich. Bereits in ihrer Sitzung am 13. und 14. Mai 2004 hatte die Konferenz der Jugendministerinnen und Jugendminister (JMK) einen entsprechenden Beschluss gefasst.
Die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Förderung in den Kindertageseinrichtungen sollen konsequent fortentwickelt werden. Sie beziehen sich auf die Bereiche:
Zentral sei dabei, bei den Kindern die Lust und Freude am Lernen zu wecken, ihre Kreativität zu fördern und den kindlichen Forscherdrang zu unterstützen. Die Bildungsangebote sollen so gestaltet werden, dass sie die soziale, kognitive, emotionale und körperliche Entwicklung des Kindes fördern.
2. Zusammenhang Bildung, Erziehung, Betreuung
Mit der ebenfalls beschlossenen Empfehlung „Stärkung und Weiterentwicklung des Gesamtzusammenhanges von Bildung, Erziehung und Betreuung“ wollen die KMK und die Konferenz der Jugendministerinnen und Jugendminister die Zusammenarbeit in folgenden Bereichen verstärken:
Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule sei für die Entwicklung von Kindern und für das Gelingen des Einstiegs in schulische Anforderungen von hoher Bedeutung. Um das Einschulungsalter und die Quote der Zurückstellungen zu senken, soll die Möglichkeit der frühen Einschulung besser genutzt werden. Dazu müsse die Vorbereitung auf die Schule insbesondere bei „entwicklungsverzögerten“ Kindern verbessert und in den Eingangsklassen noch größerer Wert auf individuelle Förderung gelegt werden, stellt die KMK fest.
Besonders wichtig sei dabei eine möglichst frühzeitige gezielte Sprachförderung. Neben der Sprachförderung erscheine es auch in anderen Bereichen erforderlich, Entwicklungsstand, Verzögerungen und Risikofaktoren besser als bisher zu identifizieren und darauf aufbauend Förderangebote bereitzuhalten.
Gemeinsame Fortbildungen geplant
Die KMK spricht sich in der Empfehlung auch für gemeinsame Fortbildungen für ErzieherInnen und Lehrkräfte aus. Neben organisatorischen Fragen zum Übergang sollten dabei insbesondere didaktisch-methodische Fragen zur Gestaltung von Bildungsprozessen in dieser Altersgruppe bearbeitet und Strategien der Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Entwicklungsständen thematisiert werden. Eine grundsätzliche Aufwertung der ErzieherInnen-Ausbildung etwa an Fachhochschulen sieht der KMK-Beschluss hingegen nicht vor.
Ganztagsschulbekenntnis
Über ein Jahr nach dem Start des Ganztagsschulprogramms der Bundesregierung haben damit auch die KultusministerInnen der unionsgeführten Länder die verbesserten Fördermöglichkeiten erkannt. Einmütig stellt die KMK jetzt fest: „Die Förderung von Kindern und Jugendlichen in Ganztagsschulen und in Ganztagsangeboten an Schulen erweitert die Möglichkeiten des fachlichen und des sozialen Lernens“. Damit könne zugleich eine gute Basis dafür geschaffen werden, die Motivation und Aufnahmebereitschaft sowohl für unterrichtliche wie für außerunterrichtliche Bildungsangebote zu erhöhen. Schule und Jugendhilfe öffneten sich stärker sowohl den Problemen als auch den Neigungen der SchülerInnen, so die Erkenntnis.
Die Entwicklung und der Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten an Schulen seien daher „schulpolitisch und jugendpolitisch von großer Bedeutung. Es wird empfohlen, auf Landesebene Rahmenvereinbarungen zwischen der Schule und den außerschulischen Partnern zu schließen.“ Darin sollen die Grundsätze der Zusammenarbeit festgelegt werden, die in den regionalen und auf einzelne Schulen und Projekte bezogenen Vereinbarungen präzisiert werden.
Fortsetzung: Weitere Beschlüsse