Manuela Schwesigs Aufholjagd im Landtagswahlkampf von Mecklenburg-Vorpommern gegenüber der lange mit weitem Abstand führenden AfD hat selbst in den SPD-kritischen Medien Erstaunen und Bewunderung abgefordert. Sie genießt, wie die Meinungsumfragen belegen, Anerkennung weit über die eigene Anhängerschaft hinaus (60 % Zustimmung). Dazu trug nicht zuletzt auch die Etablierung des Kürzels MANU (zu ihrem Vornamen Manuela) bei.
Inzwischen hat sie nach aktuellen Meinungsumfragen sogar die eigene Kampagne getoppt: 37 statt 34 Prozent erwarten die Demoskopen als Ergebnis der SPD mit Ministerpräsidentin Schwesig an der Spitze.
Die ihr zugeschriebenen Attribute „stark“, „volksnah“, „authentisch“, „direkt“ und „verlässlich“ reichen nicht aus, um das „Phänomen Schwesig“ als „Kümmerin“ oder „Landesmutter“ zu erklären. Vielmehr hat die Ministerpräsidentin mit ihrer klaren Positionierung gegen die auch von der eigenen Parteispitze teilweise mitvertretenen Sozialreformpläne über die Landesgrenzen hinaus auch auf der bundespolitischen Bühne gepunktet. Als gebürtige Ostdeutsche wird sie von vielen Menschen als die „Stimme des Ostens“ anerkannt. Sie hat unmissverständlich klargestellt, wofür sie steht, und sie ist keinem Konflikt mit dem Bundeskanzler aus dem Wege gegangen, wie so mancher Social-Media-Beitrag veranschaulicht. Als erste Regierungschefin – noch vor ihren Amtskollegen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt – hat Schwesig die Abschaffung der „Rente mit 63“ massiv kritisiert. Dass sie gute Chancen hat, auch nach dem 20. September das Land weiterhin als Regierungschefin zu führen, kommt in dem Titelbild des zwd-POLITIKMAGAZINs mit der Überschrift „Entscheidung in Mecklenburg-Vorpommern" zum Ausdruck: Es hatte vor der Wahl und hat nach der Wahl Gültigkeit.
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