KÖRBER-STUDIE : Mehr als die Hälfte der Schüler*innen kennen Auschwitz-Birkenau nicht

2. Oktober 2017 // ticker

​53 Prozent der 14- bis 16-Jährigen Schüler*innen in Deutschland wissen nicht, was Auschwitz-Birkenau war. Von den Schüler*innen, die älter als 17 Jahre alt sind, wussten immer noch 29 Prozent nichts mit dem Namen des NS-Vernichtungslagers anzufangen.

zwd Berlin. 53 Prozent der 14- bis 16-Jährigen Schüler*innen in Deutschland wissen nicht, was Auschwitz-Birkenau war. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Körber-Stiftung hervor, die kürzlich vorgestellt wurde. Von den Schüler*innen, die älter als 17 Jahre alt sind, wussten immer noch 29 Prozent nichts mit dem Namen des NS-Vernichtungslagers anzufangen.

Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, zeigte sich angesichts der Ergebnisse alarmiert: „Mit Sorge beobachten wir, dass es in der Mittelstufe in immer weniger Bundesländern Geschichte als eigenständiges Schulfach gibt.“ Das sei für ihn einer der Gründe, warum so wenige Schüler Wissen über Auschwitz-Birkenau besitzen. Zudem sei der Stundenumfang für das Fach Geschichte immer weiter geschrumpft. Diese Entwicklung müsse dringend gestoppt werden, mahnte Tetzlaff.

Dabei wird der Geschichtsunterricht von 95 Prozent aller Befragten als sehr wichtig eingeschätzt, 92 Prozent wünschen sich, dass Schüler*innen das Gelernte auch auf die Gegenwart übertragen können sollten. Von den befragten Schüler*innen antworteten zudem 56 Prozent, dass sie Interesse an den im Geschichtsunterricht vermittelten Inhalten hegen. Der Unterricht an sich wird auch positiv bewertet: 75 Prozent der Schüler*innen empfinden den Unterricht als anschaulich und nachvollziehbar, bei 66 Prozent konnte der Unterricht erst Interesse an geschichtlichen Themen wecken. Jedoch bewerten Schüler den Unterricht insgesamt positiver als Schülerinnen.

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