VOR DEM CDU-PARTEITAG : Vorsitz-Bewerber*innen sehen Digitalisierung als Chance für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

6. Dezember 2018 // Hannes Reinhardt

Die drei Kandidat*innen für den Vorsitz der CDU haben sich im Vorfeld auf Anfrage der Frauen Union dafür ausgesprochen, die Chancen der Digitalisierung für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu nutzen.

Die Parteizentrale der CDU: Das Konrad-Adenauer-Haus am Berliner Lützowplatz. - Bild: wikimedia.org
Die Parteizentrale der CDU: Das Konrad-Adenauer-Haus am Berliner Lützowplatz. - Bild: wikimedia.org

zwd Berlin. Die Frauen Union hatte den drei aussichtsreichsten Bewerber*innen Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn einen Fragenkatalog zum Thema Gleichstellung zukommen lassen, sich darin aber auch nach deren Positionen hinsichtlich Familienpolitik, Vereinbarkeit und digitalem Wandel erkundigt. „Der Wandel der Arbeitswelt hat eine große Bedeutung und birgt auch Chancen in sich: Tele-Arbeit, Home-Office und flexible Arbeitszeiten sind gerade für Mütter eine Möglichkeit, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen“, schreibt Kramp-Karrenbauer in ihrer Antwort. Bei der Kita-Betreuung sei ihr wichtig, sich nicht nur auf Gebührenfreiheit zu fokussieren, sondern auch die Qualität im Blick zu behalten. „Was hilft uns die Gebührenfreiheit, wenn die Gruppen zu groß sind und wir nicht genügend Erzieherinnen und Erzieher finden?“

Merz sprach sich in seiner Antwort dafür aus, die beschlossenen familienpolitischen Maßnahmen der Koalition zunächst Wirkung entfalten zu lassen. „Jede Regelung muss im Hinblick auf die Generationengerechtigkeit zudem auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis hin überprüft werden, denn die nachhaltige Finanzierbarkeit muss gegeben sein“, betonte er. Hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei er überzeugt, dass die Digitalisierung wesentlich dazu beitrage, Arbeitszeit flexibler und ortsunabhängiger zu gestalten. „Dies hilft gleichermaßen Frauen und Männern, die Betreuung von Angehörigen besser zu organisieren und damit die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu erhöhen.“

Spahn kündigte in seinen Ausführungen an, Deutschland kinder- und familienfreundlicher machen zu wollen. „Ich trete dafür ein, Familien mit Kindern steuerlich zu entlasten. Arbeitsmodelle müssen flexibel sein, damit Zeit für Familie bleibt.“ Digitale Technologie könne helfen, zu familienfreundlicheren Arbeitsmodellen zu kommen, die Frauen wie Männer in ihrem Alltag mit Kinder oder pflegebedürftigen Eltern unterstütze. Seiner Einschätzung nach könnten gerade kleinere und mittlere Unternehmen und Institutionen noch besser darin werden, die Arbeit von zu Hause, von unterwegs oder mit dem Kind am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Er gab an, bereits selbst mit gutem Beispiel voranzugehen: „Im Gesundheitsministerium lege ich erste Grundsteine, in dem ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in meinem Leitungsstab auch ermutige, mal von zu Hause zu arbeiten oder Zeiten selbst flexibler einzuteilen.“

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