Die Wochenzeitung DIE ZEIT berichtete am 21.09.2026 (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-09/zweiklassenmedizin-krankenversicherung-friedrich-merz-cdu-gxe):
„Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Änderungen im dualen Krankenkassensystem angeregt. Wenn sich in der Bevölkerung der Eindruck verfestige, dass Privatversicherte sofort jede Leistung bekämen und gesetzlich Versicherte Wochen und Monate darauf warten müssten, sei das ein Gerechtigkeitsproblem, sagte der CDU-Chef nach Sitzungen der Parteigremien. Es gebe gute Gründe für beide Systeme. »Aber wenn die Bevölkerung das als ein so massives Problem ansieht, und ich teile die Einschätzung, dann müssen wir daran etwas ändern. Und genau darüber werden wir reden«, sagte Merz.“
Doch schneller als man/frau es lesen konnte, wurde die Ankündigung als "so nicht gemein" wieder einkassiert.
Eine Recherche ergab: Seitdem viele Ärzte das System „Doctolib.de“ nutzen, werden die Wartezeiten für Kassenpatienten im Vergleich zu Privatversicherten überdeutlich sichtbar: Privatversicherte (so ein Beispiel aus dem Alltag – ein HNO-Arzt in Berlin) bekommen einen Facharzt-Temin weniger Tage (26. Oktober 2026), ein Kassenpatient – gleichzeitig angefragt – erst in vier Monaten (1. Februar 2027). So viel zur Gerechtigkeitslücke.
Die bisher bekannten Pläne von CDU und Gesundheitsminister Linnemann – Zugang über Hausarzt – werden daran nichts ändern. Die Gerechtigkeitslücke wird vorerst nicht geschlossen.
Wissen, was verordnet und abgerechnet wird
Auch ein anderes Problem wird bisher offenbar nicht angegangen: Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte sollte nicht nur die ärztliche Tätigkeit vereinfacht werden, sondern zugleich sollte jeder Patientin und jedem Patienten die Möglichkeit eröffnet werden, ärztliche Verordnungen und auch Abrechnungen auf Heller und Pfennig gegenüber den gesetzlichen Krankenversicherungen lesen zu können. Bisher haben nur privat Versicherte dieses "Privileg" (im Rahmen ihrer jeweiligen Beihilfe odfer PKV-Abrechnung). Transparenz auf dem Feld würde bei den Gesetzlichen nicht schaden.