RECHERCHE VON CORRECTIV
Mehr als 40.000 Erstklässler mussten Klasse wiederholen
Redaktion (ig) // 31. Januar 2026
Nach Recherchen von CORRECTIV bei den Bildungsministerien der Bundesländer mussten bundesweit mehr als 41.000 Erstklässler im Schuljahr 2024/25 das Schuljahr wiederholen und damit drei statt der regulären zwei Jahre in der Schuleingangsphase – also in der Klassenstufe 1 und 2 – bleiben. Dabei sei ein Wiederholen in der ersten Klasse oft eigentlich gar nicht vorgesehen und in vielen Bundesländern nur freiwillig mit Einwilligung der Eltern möglich. Der Beitrag von Alexandra Ringendahl für die Bildungsredaktion des gemeinnützigen Medienhauses CORRECTIV beschäftigt sich ausführlich mit der Reform der Kinderbetreuungspolitik in Deutschland. Die Autorin benennt als zentrales Problem die fehlenden Deutschkenntnisse bei Erstklässlern, die teilweise vor dem Schuleintritt nicht die deutsche Sprache gelernt, sondern sich, soweit insbesondere bei Migrationshintergrund lediglich ihre Muttersprache gelernt haben.
Nach der Correctiv-Recherche haben allein in Nordrhein-Westfalen im
vergangenen Schuljahr 22.894 Kinder die erste Klasse wiederholen müssen
(6 % aller Grundschüler:innen in der Eingangsphase). Das liege auch
daran, dass die Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, die eine
Kita besuchen, in Bundesländern wie NRW und Schleswig-Holstein seit 2020
kontinuierlich gesunken (2023 in NRW 77 %, 2024 66 %, in
Schleswig-Holstein 60 gegenüber 76 %). Positiv hervorgehoben wird,
dass auf Bundesebene ein Qualitätsentwicklungsgesetz vorbereitet wird
und einige Länder - Vorbild Hamburg - den Sprachförderbedarf erfassen
und zum Besuch von Vorschulklassen und vergleichbaren Maßnahmen
verpflichten.
LINK: https://correctiv.org/aktuelles/bildung/2026/01/30...
BAYERN DOMINIERT KMK-VORSTAND
BMK-Präsidentin Stolz: Leitmotto für Digitalisierung und Sport
Holger H. Lührig // 22. Januar 2026
Berlin. Die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, Anna Stolz (Freie Wähler) hat am 22. Januar offiziell die Präsidentschaft der Bildungsministerkonferenz (BMK) in der Kultusministerkonferenz (KMK) übernommen. Als Präsidentin der BMK gehört Stolz dem Vorstand der Kultusministerkonferenz an – gemeinsam mit dem Präsidenten der Wissenschaftsministerkonferenz (Wissenschafts-MK), ihrem Kabinettskollegen und Staatsminister für Wissenschaft Marcus Blume (CSU)sowie mit der Präsidentin der Kulturministerkonferenz (Kultur-MK), der rheinland-pfälzischen Staatsministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration Katharina Binz (Grüne).
Im abgelaufenen Jahr 2026 hatte die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg (DIE LINKE) den Vorsitz in dem BMK-Gremium geführt. Als bemerkenswert registrieren politische Beobachter, dass die Neuordnung ermöglicht, das keines der SPD-regierten Länder in der KMK-Spitze vertreten ist. Als Leitmotto hat die bayerische Kultusministerin Stolz für die Zeit ihrer „bayerischen“ Präsidentschaft gewählt: ‚Challenge up: Herzschlag und Hightech für Deutschlands Schülerinnen und Schüler!‘ Packen wir es gemeinsam an!“ Mit dem Motto will Stolz die Verbindung von digitaler Bildung sowie Sport und Bewegung in den Mittelpunkt rücken. Digitale Bildung erfordere einen pädagogisch sinnvollen und begleiteten Einsatz mit Konzept und Augenmaß, um individuelle Lernwege bestmöglich zu fördern. Gleichzeitig seien Sport und Bewegung das Fundament für Gesundheit, Wohlbefinden und erfolgreiches Lernen.
Die bayerische Kultusministerin Anna Stolz
(Bildquellen: ©StMUK)