INTERVIEW MIT CARMEN WEGGE; VORSITZENDE DER SPD FRAUEN : Chancen für eine geschlechtergerechte Wahlrechtsreform (I)

27. Juli 2026 // Holger H. Lührig

zwd Berlin. Die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft SPD-Frauen Carmen Wegge hat sich zuversichtlich dazu geäußert, dass die Koalitionsfraktionen einen gemeinsamen Vorschlag dazu machen können sich „wie die gleichberechtigte Repräsentanz von Frauen im Parlament gewährleistet werden kann und ob Menschen ab 16 Jahren an der Wahl teilnehmen sollten.“ Wegge, die auch rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion ist, verwies auf die 2023 veröffentlichten Ergebnisse der Wahlrechtskommission in der letzten Legislaturperiode des Bundestages. Die neu berufene Chefin des Bundeskanzlersamtes Nina Warken (CDU) hatte die Kommission geleitet.

In einem Interview mit dem zwd-POLITIKMAGAZIN, das noch vor der Berufung der Vorsitzenden der Frauen Union Nina Warken zur Chefin des Bundeskanzleramtes geführt wurde, hat Wegge, die auch rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion ist, darauf verwiesen, dass sich die Frage, ob ein paritätisches Wahlrecht möglich sei, juristisch gerade aufgrund der Prüfung in den beiden Wahlrechtskommissionen der letzten und der aktuellen Wahlperiode des Bundetages nicht stelle: Es komme lediglich auf den politischen Willen an.

In dem Interview, das im Wortlaut im zwd-POLITIKMAGAZIN Ausgabe 412 veröffentlicht wird und vorab den Abonnent:innen bereits digital zur Verfügung steht, hat die SPD-Politikerin keinen Zweifel daran gelassen, dass für sie eine Wahlrechtsreform, die Parität ausklammere, keine Reform, die diesen Namen verdiente: „.Wir reden hier nicht über ein nettes Extra, sondern über die Frage, ob der Bundestag 2026 noch zeitgemäß zusammengesetzt ist. Mit aktuell weniger als einem Drittel Frauenanteil ist die Antwort eindeutig NEIN.“ Wegge räumt auch ein, dass paritätisch zusammengesetzte Landeslisten nicht zwingend zu einer gleichberechtigten Repräsentanz von Frauen und Männern im Bundestag führen, sondern die Besetzung der Wahlkreise.

Wegge äußerte sich auf Frage des zwd-POLITIKMAGAZINs auch zu den Möglichkeiten, dass alle Wahlkreissieger:innen entsprechend dem Wunsch der Unionsparteien ein Bundestagsmandat erhalten sollten. Thema war auch die Erwägung, das Grundgesetz im Hinblick auf die Wahlrechtsgrundsätze zu ergänzen.


Wortlaut des Interviews mit Carmen Wegge, Vorsitzende der SPD Frauen und rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion:

Siehe auch: Chancen für eine geschlechtergerechte Wahlrechtsreform (II)

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