Informationskompetenz bedeutet aus Sicht des Instituts heute weit mehr, als Fakten von Falschmeldungen
unterscheiden zu können. Junge Menschen müssten unter anderem verstehen, nach
welchen Kriterien Plattformen Inhalte auswählen, wie emotionale und
polarisierende Beiträge Aufmerksamkeit erzeugen und welche Interessen hinter
Informationen stehen können. Mit generativer Künstlicher Intelligenz kommen
neue Herausforderungen hinzu: Texte, Bilder, Stimmen und Videos ließen sich
immer leichter überzeugend verändern oder vollständig künstlich erzeugen. Das JFF hat drei zentrale Forderungen formuliert.:
„1.
Informations- und Nachrichtenkompetenz muss kontinuierlich gefördert werden.
Einzelne Projekttage reichen nicht aus. Die kritische und selbstbestimmte
Auseinandersetzung mit digitalen Informationen muss dauerhaft in schulischen
und außerschulischen Bildungsangeboten verankert werden.
2.
Pädagogische Fachkräfte brauchen Zeit, Qualifizierung und medienpädagogisch
geprüfte Materialien.
Lehrkräfte sowie Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit müssen aktuelle
digitale Entwicklungen einordnen und gemeinsam mit jungen Menschen bearbeiten
können. Dafür benötigen sie regelmäßige Fortbildungen, praxistaugliche Methoden
und ausreichende Ressourcen.
3. Die
Perspektiven junger Menschen müssen einbezogen werden.
Medienpädagogische Angebote sollten an den tatsächlichen Erfahrungen von
Kindern und Jugendlichen ansetzen. Statt ihnen pauschal Leichtgläubigkeit oder
einen unkritischen Medienumgang zu unterstellen, gilt es, ihre Fragen,
Strategien und Unsicherheiten ernst zu nehmen.“
Quelle: www.jff.de