Wettig-Danielmeier plädierte schon 1986 für eine Paritätsregelung, als ihre Gegenspielerin in Bundestagswahlkreis Göttingen, die heute auch von der SPD-Parteispitze hochgelobte CDU-Politikerin Rita Süßmuth, noch gegen Quoten und für freiwillige Lösungen eintrat.
Mit ihrem unermüdlichen Kampf für die Gleichstellung von Frauen und Männern ist der Namen von Inge Wettig-Danielmeier nicht nur mit der Einführung der Quote in der SPD verbunden, sondern insbesondere auch mit ihrem Anspruch, das Wahlrecht für die Parlamente, Aufsichtsräte, Betriebs- und Personalräte so auszugestalten, dass die Frauenbeteiligung an Ämtern, Funktionen und Mandaten ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Sie hat sich in der eigenen Partei damit nicht überall beliebt gemacht. Das erinnert an Elisabeth Selbert, die heute in der SPD als eine der Mütter des Grundgesetzes für ihren Kampf um die Gleichberechtigung (Art. 3) anerkannt ist, aber zu Lebzeiten wegen ihres gleichstellungspolitischen Engagements mit dem Zorn der männlich dominierten SPD-Politik leben musste. Ihr wurde 1949 der Einzug in den Bundestag verwehrt, und auch ihre Bewerbung für das Bundesverfassungsgericht blieben erfolglos. Elisabeth Selbert hat ihren Platz in der ersten Reihe der Frauen in der SPD-Geschichte gefunden, wo auch Inge Wettig-Danielmeier hingehört.
Bereits 1986, im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes Anfang 1987, hat sie - damals Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen - gefordert, dass die Kanzlerkandidat der SPD, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) seine Wahlkampfmannschaft paritätisch aufstellen solle. De Forderung blieb unerfüllt.
Den vollständigen Beitrag von zwd-Herausgeber Holger H. Lührig lesen Sie hier.