FACEBOOK-SEITE DES SPD-VORSTANDES : SPD-Zentrale wirbt für Wahlrechtsreform mit Süßmuth-Konterfei

15. Juli 2026 // Redaktion

Von der Öffentlichkeit relativ unbemerkt, findet sich auf der Facebook-Seite der Bundes-SPD ein Facebook-Plakat, auf dem die Partei mit der ehemaligen, am 1. Februar dieses Jahres verstorbene Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth (CDU) und ihrem Eintreten für eine neue Wahlrechtsreform wirbt. Es rückt die langjährige CDU-Politikerin und dabei zumindest optisch in die Nähe der Sozialdemokratie. Eine Alternative hat die Gesellschaft Chancengleichheit aufgezeigt.

SPD-Vorstand auf Facebook

Das Bild befindet sich in einem Gesamtangebot des SPD-Vorstandes Pro Parität. Das Süßmuth-Bild selbst findet sich dort unter dem Link: https://www.facebook.com/photo?fbid=1547206443431667&set=pcb.1547206473431664

Dabei gäbe es, wie die Pressestelle des SPD-Vorstandes auf Nachfrage einräumt, viele SPD-Frauen, die für ihr Eintreten für eine geschlechtergerechte Wahlrechtsreform, abgebildet werden könnten. Als Beispiel hat die Gesellschaft Chancengleichheit ihre Gründungsvorsitzende, die am 20. Mai verstorbene ehemalige SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier, ins Bild gerückt. Süßmuth und Wettig-Danielmeier waren unter anderem Konkurrentinnen um ein Mandat im Bundestagswahlkreis Göttingen. Lange vor Süßmuth hat sich Wettig-Danielmeier, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, für die paritätische Teilhabe von Frauen in ihrer eigenen Partei darüber hinaus in Politik und Gesellschaft eingesetzt. Der Quotenbeschluss des SPD-Bundesparteitags 1988 in Münster geht auf ihr nachhaltiges Engagement zurück, wobei sie die Quote als eine Übergangslösung, als einen Zwischenschritt hinzu einer paritätischen Lösung verstand.

C zwd-POLITIKMAGAZIN, 412_2026

SPD-Präsidium unterstützt die Kampagne "#ParitätJetzt!"

Nach zwd-Recherchen erfolgte im Rahmen einer Facebook-Berichterstattung auf dem SPD-Account im Zusammenhang mit der Unterstützungserklärung des SPD-Präsidiums für die Initiative "#ParitätJetzt!". Darin heißt es:

<<Länder wie Frankreich leben es vor. Nun sind wir dran. Es geht darum, dass kompetente Frauen endlich die gleichen Chancen bekommen wie kompetente Männer. Und darum, dass ALLE mitentscheiden. Mehr Frauen im Bundestag bedeuten mehr Erfahrung, mehr Perspektiven und mehr Nähe zur Lebenswirklichkeit.

Davon profitieren alle: Familien und Kinder, Unternehmen, Kommunen und alle Geschlechter. Schon immer sind Frauen im Bundestag deutlich unterrepräsentiert. Nach der Wahl 2025 ist der Frauenanteil sogar wieder gesunken. Von 630 Abgeordneten sind nur 204 Frauen. Auch wenn es im Grundgesetz schon verankert ist – gleichberechtigte politische Teilhabe kommt nicht von allein.

Gerade in männerdominierten Parteistrukturen haben Frauen oft schlechtere Zugänge zu Netzwerken, Sichtbarkeit, Unterstützung und aussichtsreichen Kandidaturen. Insbesondere zeigt sich das bei den Direktmandaten in den Wahlkreisen.

Das kann ganz einfach korrigiert werden: Mit einem Wahlrecht, das vorschreibt, dass Kandidaturlisten abwechselnd mit Frauen und Männern besetzt werden. 50 Prozent Frauen, 50 Prozent Männer: Parität nennt man das.

Wir unterstützen anlässlich des zweiten bundesweiten Aktionstages #ParitätJetzt am 24. Juni 2026 den Aufruf „Keine halbe Demokratie: 50% Frauen im Bundestag! #ParitätJetzt!“. >>

Artikel als E-Mail versenden