Nach dem Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes hat sich nun auch der Vorstandsvorsitzende der Techniker-Kranlenklasse (TK) Jens Baas dafür ausgesprochen, das Nebeneinander von gesetztlichen und privaten Krankenkassen zu beenden. „Wir sollten die prvaten Krankenkassen abschaffen, die gesetzliche aber auch“, hat der Chef laut einem Bericht des SPIEGEL am Freitag erklärt. Die TK zählt mit mit ihren zwölf Millionen Mitgliedern zu den größten gesetzlichen Krankenkassen. Nach Auffassung von Baas sollte eine Krankenkasse geschaffen werden, die die Vorzüge beider bisherigen Systeme vereinigt.
Zuvor hatte bereits Oliver Blatt, der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gefordert, dass ärztliche Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden und „nicht danach, wie jemand versichert ist“. Es ist nach den Worten von Blatt eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“, dass die rund 75 Millionen gesetzlich versicherten Menschen den größten Teil der ärztlichen Honorare finanzierten, aber bei der Terminvergabe häufig benachteiligt würden. Vor dem Hintergrund des Ergebnisses der GKV-Versichertenbefragung 2025, wonach Viertel der Befragten länger als 30 Tage auf einen Facharzttermin warten muss, hält auch der Chef der Union-Bundestagsfraktion Thorsten Frei mehr Gerechtigkeit bei den Wartezeiten zu Facharztterminen für wünschenswert. Frei will zwar den Dualismus der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen beibehalten, erwartet aber von dem neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) Vorschläge zu einer fairen Ausgestaltung der Terminvergaben. Im System, sagte Frei nach Informationen der Tagesschau, werde „vieles als ungerecht empfunden oder ist tatsächlich ungerecht“.